Sunday, August 13, 2006

Mein neues Blog

Da dieses Blog dann doch ein wenig out of date ist, habe ich mich entschlossen, euch alle in meinem neuen Blog über mein neuestes Abenteuer auf dem Laufenden zu halten.

Hier geht's zur Berichterstattung über mein Jahr bei den Kaasköppen (auch Niederländer genannt):

www.sarahgoesmaastricht.blogspot.com

Thursday, July 06, 2006

Groetjes!

(das war holländisch und heißt Hallo)

So, ihr habt es wahrscheinlich erkannt, ich habe endlich Bescheid aus Maastricht: ab September werde ich im schönen Holland studieren und hoffentlich in einem Jahr meinen Master in European Studies haben. Die Sache hat einen Haken: trotz bilingualem Abitur, einem amerikanischen Sprachtest, einem Jahr USA Aufenthalt und der Tatsache, dass ich als Nebenjob wiss. Texte für meinen Prof ins Englische übersetzen, glauben die netten Bürokraten anscheinend nicht, dass ich genug Englisch kann, um zu studieren, also muss ich noch den IELTS Test (einen Englisch Test) machen. Dafür muss ich extra nach Berlin fahren und auch noch 170 Euro rüber schieben. So ein Schwachsinn, aber gut, es scheint, niederländische Bürokratie funktioniert genauso wie deutsche. Vor allem scheint dieser Test ungefähr das Niveau einer 10. Klasse zu haben, ich muss nach 2 Jahren Norwegischunterricht einen längeren Aufsatz schreiben als nach einem Leben lang Englisch. Lächerlich.

Jetzt steht also fest, dass ich in 5 Wochen meine Heimat der letzten drei Jahre für erstmal immer verlassen muss. Komisches Gefühl. Im Moment kann ich mir noch gar nicht vorstellen, nicht mehr in meiner Wohnung aufzuwachen, zur Uni zu fahren und all die Leute zu treffen, die mir so wichtig geworden sind: zuallererst Katja, mit der sich alle Freuden und Probleme des Politikstudiums geteilt habe, Silke und Yvonne, mit denen ich Norwegisch gelernt habe und die wir alle drei die norwegischen Präpositionen nie lernen werden, meine gesamten Norwegisch Kurs, unser Colloquium, und und und… Keine Abende mehr im Mittendrin mit anschließender Party im Mensaclub, keine Weiberabende mit Pizza und Schokolade… Gott, man könnte richtig sentimental werden. Ich bin zwar sicher, dass ich in Maastricht auch nette Menschen kennen lernen werde, aber hier war ich nun mal drei Jahre und mir sind so viele Menschen wichtig geworden.

Jetzt muss ich also sehen, dass ich einen Großteil meiner Möbel loswerde, weil ich in Maastricht leider nicht so viel Platz haben werde, sondern nur ein einziges Zimmer. Zimmersuche in Maastricht ist ungefähr wie in München, ich bin eine Woche lang fast wahnsinnig geworden, aber jetzt habe ich zum Glück was gefunden (dank meiner lieben Eltern, die heute nach Maastricht gefahren sind und sich alles angeguckt haben. Ihr seid die Besten!!! An dieser Stelle noch einmal an dickes Dankeschön an euch!) Ist zwar nicht direkt in Maastricht, aber ne Viertelstunde fahr ich jetzt auch zur Uni und das hält ja fit. Ich wohne direkt hinter der Grenze in Belgien (im gleichen Land wie meine Lieblingskids, yeah!), in einem typischen Studentenhaus mit anderen deutschen und holländischen Studenten. genaue Adresse liefere ich natürlich dann auf Anfrage.

Meine BA Arbeit habe ich übrigens auch abgegeben, jetzt beginnt das zittern und warten auf das Ergebnis, mein Prof will sie bis Ende Juli durchhaben, damit ich wenigstens noch ne persönliche Besprechung und nicht irgendwann ein Gutachten per Post bekomme.

So, das wars dann erstmal wieder von mir.

Tuesday, June 13, 2006

The waiting Game

Ich weiß, ich weiß, ich bin ungeduldig und der Bewerbungsschluss ist auch erst seit knapp 2 Wochen vorbei, aber ich warte dann doch allmählich etwas ungeduldig auf nen Bescheid aus Maastricht. Allein jedes Mal das Herzklopfen, wenn man in den Briefkasten guckt: ist der Brief drin oder nicht? Und wenn ja: was steht drin. Gott, ich glaube ich werde sterben, wenn er tatsächlich da ist. Ich hasse so was.

Sunday, June 11, 2006

Schon wieder ein Wochende vorbei

Tja, nun bin ich schon 2 Tage wieder hier und der Alltag hat mich wieder. Habe heute die Übersetzung für meinen Prof fertig gemacht (war dann doch mehr Arbeit als gedacht) und die Hausaufgaben für Norwegisch geschrieben Allmählich gehen mir allerdings die interessanten Filme und Bücher, über die ich 300 Worte schreiben kann aus. Laila ist irgendwie nicht sonderlich erfindungsreich, was Hausaufgaben angeht, aber so weiß man wenigstens, was ziemlich sicher als Thema im Aufsatz in der Prüfung drankommt. Auch nicht das Schlechteste.

Ansonsten habe ich mich bis jetzt erfolgreich vor der Fußball WM gedrückt und noch kein einziges Spiel gesehen. Ich habe auch schon eine negative Grundstimmung gegen das Ganze, weil sie bei uns auf dem Marktplatz eine Riesenleinwand mit Tribüne aufgestellt haben und drum herum natürlich alle Straßen abgesperrt haben, was bedeutet, dass ich für den Weg zur Uni jetzt ungefähr 5 Minuten länger einplanen kann. Am Freitag zum Eröffnungsspiel war da schon die Hölle los, soviel Polizei und Security hab ich noch nie auf einem Haufen gesehen. ich war ungefähr eine Stunde vor Anpfiff in der Stadt, weil ich noch ein paar Sachen besorgen wollte (dazu später mehr) und da waren schon jede Menge Bekloppte mit Deutschlandfahnen, -hüten und Sonstigem, auf dem man irgendwie die Farben schwarz rot gold unterbringen konnte, unterwegs. Auf jedem zweiten Auto steckt mittlerweile auch eine Deutschlandflagge. Wüsste mal gerne, was passieren würde, wenn ich meine Amerikaflagge aus dem Fenster hängen würde…Wohl besser nicht, ich hänge an meinem Leben.

Aber was wollte ich in der Stadt? Eigentlich Bücher für die Linguistikprüfung besorgen, die dann natürlich in der Bibliothek nicht aufzufinden waren: ich zur Bibliothekarin um zu fragen, wo die Dinger sind. Die latscht natürlich erstmal zurück zu den Regalen, um nachzusehen, könnte ja sein, dass ich das Ordnungssystem nach 3 Jahren Studium immer noch nicht begriffen habe. Natürlich konnte sie dann auch nur feststellen, dass die Bücher leider nicht da standen. Nach längerem Nachforschen bekam sie dann raus, dass mein Prof sich die Bücher ausgeliehen hatte, aber leider nicht mehr im Haus wäre (welcher Prof arbeitet auch Freitagnachmittags noch?) also muss ich ihm jetzt ne mail schreiben und mal wieder in seiner Sprechstunde aufschlagen, um ihm die Bücher abzuschwatzen. Warum empfiehlt er mir die Dinger denn bitte und schreibt breit in seine Mail, dass sie in der Bib stehen?

So, jetzt werde ich noch ein bisschen im Internet surfen und dann eine DVD reinschieben. Dank WM läuft ja nix Vernünftiges im Fernsehen.

Sarah

PS: Liest das hier eigentlich jemand? Ich bekomme gar keine netten Kommentare mehr…

Friday, June 09, 2006

Wieder da

So, heute nachmittag hatte mich dann das schöne Greifswald wieder. Hier ist also der versprochene Reisebericht:

Am Dienstag war Abfahrt, Treffen um 9:30, eigentlich viel zu früh für Studenten aber was will man machen, wir haben ja volles Programm. Was auch noch voll ist, sind unsere Autos, man nimmt dann doch so einigen Kram mit, auch wenn es nur für 4 Tage ist. Nach einigen Umwegen sind wir dann auch in Heringsdorf angekommen und haben unser Programm erstmal mit einer ausgedehnten Mittagspause begonnen. So lob ich mir das, aber das Wetter war - wie an allen Tagen, einfach herrlich. Also alte Lieblingsplätze wieder erkunden und feststellen, dass es am Strand noch genauso tol ist wie letztes Jahr. Beim Einchecken in die Jugendherberge stellen wir dann fest, dass wir den Flur ma wieder mit einer Schulklasse teilen, diese ist allerdings im Gegensatz zu letztem Jahr so friedlich und lieb, dass wir schon fast ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn mir nachts um 2 durch die Flure schleichen, um dann doch mal ins Bett zu fallen. das ist übrigens das durchgehende Thema aller Collocquiumsfahrten: viel zu wenig Schlaf. Diesmal hatten wir außerdem ein Problem, weil unsere nette Putfrau vom letzten Jahr, die uns auch nach der Schließzeit der JHB noch reingelassen hat, nicht mehr da war, und wir dann vor verschlossenen Türen standen (oder zumindest Teile von uns) und dauernd der arme Zivi geweckt werden musste, damit niemand am Strand pennen musste.
Diskutiert haben wir natürlich auch, dafür ist die Fahrt ja da, diesmal war der Gesellschaftsvertrag von Rousseau dran, war ziemlich spannend und scheint sich auch in den Köpfen aller durchgesetzt zu haben, wir redeten ab dem 2. Tag nur noch in Rosseau Terminologie.
Wie immer lustig waren natürlich die Abende am Strand mit jeder Menge Volleyballspielen, Bier und Wein. (wären da die Mücken nicht gewesen, denen auch Massen von Autan nichts anhaben konnten. Wir sind alle komplett zerstochen). Und dann waren da noch einige Herren unserer Gruppe, die, sehr zu unserem Amüsement jeden Abend unter Beweis stellen mussten, wie abgehärtet sie doch sind und nachts um 11 in die Ostsee gesprungen sind. Brr, das war mir dann doch eindeutig zu kalt.
Jetzt sind wir wieder da, zerstochen, müde, mit vom Volleyballspielen roten Armen, Sand in allen Klamotten und Taschen und jeder Menge neuer Ideen im Kopf. Auch wenn es jedesmal superanstrengend ist, ich würde nächstes Jahr sofort wieder mitfahren.

Saturday, June 03, 2006

Bilinguale und sonstige Studienobjekte

So, gestern habe ich mich dann doch mal entschlossen, mich allmählich auf meine Fachmodulprüfung vorzubereiten und habe den Tag damit verbracht, in der Bibliothek auf unbequemen Stühlen zu sitzen und mir in den Kopf zu hämmern, was Bilinguale so von ihren Mitmenschen, die nur eine Sprache sprechen unterscheidet. Und was ist dabei raus gekommen? Nicht besonders viel muss ich sagen. Es gibt zwar massig Literatur zu dem Thema, das von „man darf Kinder um Gottes willen nicht zweisprachig erziehen, sonst sind sie für ihre Leben benachteiligt, weil sie keine der beiden Sprachen richtig lernen“ bis zu „wer seine Kinder nicht zweisprachig erzieht sollte erschossen werden“ reicht, aber so viel ich mitbekommen habe, hat man von seinem babylonischen Sprachenwirrwarr weder richtige Vor- noch Nachteile. Gut, ich spreche 2 Sprachen fließend, aber das war es dann auch schon. Und wenn ich als Kind dann eben etwas später korrekte Sätze formen kann, who cares? Was ich festgestellt habe ist aber, dass Linguisten anscheinend auch gerne experimentieren und mit Kindern ganz viele dämliche Spiele spielen, um eben diese Unterschiede herauszubekommen. Dummerweise scheint es aber, dass bei jeder Studie was anderes rauskommt. Mein Verdacht wäre ja, dass die Kids einfach cleverer sind als die lieben Forscher annehmen, und sie einfach nach Strich und Faden verarschen, weil sie das ganze lächerlich finden, aber man soll ja nichts Böses sagen. So werde ich eben zur Prüfung mit ganz vielen ganz intelligenten Theorien um mich werfen.

Thursday, June 01, 2006

Ein Wunder – ich update

ja, man mag es kaum glauben, aber es ist wahr: ein neuer Eintrag: ich habe gerade so was von keine Lust mehr, mich mit Unikram zu beschäftigen, deshalb dachte ich mir, ich lasse euch mal die Kurzfassung meines Lebens im letzten halben Jahr zukommen:

Arbeit, Arbeit, Arbeit …..

Naja, nicht ganz so, aber diese beiden letzten Semester waren bzw. sind doch stressiger als ich mir das so vorgestellt habe, vor allem jetzt, wo die Abschlussprüfungen näher rücken. Also, was habe ich so alles getrieben (damit ihr ne einigermaßen sinnvolle Reihenfolge habe, einfach von oben nach unten durchlesen)Und ich verspreche auch, in nächster Zeit mal wieder öfter zu updaten.
So, here goes:

Meine BA Arbeit

Ans Ende einer jeden Studentenkarriere hat der liebe Gott die Abschlussarbeit gesetzt, in meinem Falle eine BA Arbeit, geschrieben in Politikwissenschaft, weil ich in dem Bereich ja weiterarbeiten will. Thema: „Die Verfassungsinterpretation der Christlichen Rechten in Amerika“ (OK, ich weiß, alle die mich kennen und dieses Ding Korrektur lesen müssen, stöhnen wahrscheinlich, dass ich mich schon wieder mit diesen Knalltüten befasse, aber das Thema reizt mich einfach und ich finde immer wieder neue erschreckende Seiten an ihnen, von denen ich bisher nichts wusste). War aber am Anfang gar nicht so einfach wie ich gedacht hatte. Schon mal jemand versucht, ohne fachkundigen Übersetzer ein Buch aus der Jura Bibliothek zu verstehen? Hoffnungslos.
Naja, am Ende habe ich mich aber doch rein gelesen und jetzt ist das Werk, bis auf das Korrekturlesen und letzte Schleifarbeiten zum Glück vollbracht, Ende Juni will ich abgeben. Aber das Ganze hat mir mal wieder gezeigt, dass ich für eine wissenschaftliche Karriere wahrscheinlich doch nicht so furchtbar geeignet bin. Ich finde ein Thema zwar spannend, aber zum Schluss kann ich es dann nicht mehr sehen und möchte nur noch was anderes machen. Jedes Thema hat immer so viele Facetten und man kann immer nur eine klitzekleine einzelne davon behandeln, weil man sonst einfach in Infos ertrinkt, aber es gibt einfach so viel, was interessant ist und worüber ich mehr lernen möchte.

Abschlussprüfungen

Ja, die stehen auch noch an, als wäre eine BA Arbeit noch nicht genug Arbeit, diesmal in Skandinavistik und Französisch.

Welcher Teufel mich geritten hat, Französisch zu wählen, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Sprechen ist ja kein Problem, auch wenn ich laut unserer Lehrerin (Französin aus Paris, als ob die nicht komisch sprechen würden) immer gesagt bekomme, dass ich einen belgischen Akzent hätte, aber da kann ich ja nun wirklich nichts für. Und ich finde es nun wirklich sinnvoller, statt bei den Zahlen ab Siebzig anzufangen zu rechnen (die Franzosen sagen für 90 zum Beispiel quatre-vingt-dix, was übersetzt so viel heißt wie 4 mal 20 plus 10) sage ich doch lieber das belgische neinante (keine Ahnung, ob das jetzt richtig geschrieben ist, heißt aber auch 90 und ist soviel einfacher. Was aber mein Problem sein dürfte, ist der blöde Aufsatz, wo Akzente zusätzliche s und e und sonstiger Mist hinkommt, kann ich mir einfach nicht merken.

Ansonsten muss ich Norwegisch schreiben (kein Problem, wären da nicht die Präpositionen, die mir immer noch vollkommen willkürlich erscheinen, auch wenn Laila steif und fest behauptet, es gäbe da ein System, ich durchschau es nicht), und da auch eine mündliche Prüfung machen.

Spaßig wird auch noch Isländisch werden. Keine Ahnung warum wir eine Sprache lernen müssen, die außer uns 250.000 Menschen am anderen Ende der Welt sprechen, aber nun gut, man lernt ja gerne dazu. Wie man aber jemals eine Sprache lernen soll, in der es nach letztem Stand mindestens 12 Deklinationen und 11 Konjugationen (jetzt jeweils die Ausnahmen nicht mitgerechnet) gibt und in der jedes klitzekleinste Wort veränderbar ist, ist mir ein Rätsel. Ich muss ja schon beim Schreiben stundenlang überlegen, welche Endungen ich jetzt an das Wort ankleben muss und wie sich dadurch sämtliche anderen Buchstaben des Wortes verändern. Ein Beispiel: wer hätte gedacht, dass „vinna“ und „unnum“ ein und dasselbe Wort darstellen, nur einmal im Infinitiv und einmal im Präteritum – aber angeblich ist das noch immer eine vollkommen regelmäßige Deklination. Regelmäßig sieht bei mir anders aus. Meiner Meinung nach ist es aber kein Wunder, dass man den Skandinaviern nachsagt, sie seien so schweigsam: muss von den Isländern kommen. Bis die einen Satz gebaut haben, vergeht dann wohl doch ein bisschen mehr Zeit.

Ansonsten steht noch Phonetik an, das wird auch lustig, vor allem, weil ich Lautschrift ja so gut kann.

Die große Prüfung ist die Fachmodulprüfung, ich darf mich eine halbe Stunde von meinen Profs grillen lassen. Themen? Knut Hamsuns frühe Romane für Literaturwissenschaft und Spracherwerb und bilingualismus für Linguistik. kennst sich jemand in den Themen aus und will mir einen Crashkurs geben? Zu Knut Hamsun hab ich schon ne Menge gelesen, aber in Linguistik muss ich mich echt noch rein lesen.

Dumm ist auch, dass ich alle Prüfungen im Juli machen muss, damit ich, falls ich die Uni wechsle, alle Prüfungen beisammen habe, wenn ich hier weg gehe. Also gar kein Stress.

Zukunftspläne

Oh, ja, ich bin ja dann mit dem Studium fertig. Was mach ich denn jetzt? Irgendwann habe auch ich dann entsetzt festgestellt, dass sich mein Studium dem Ende nähert und ich mir entweder einen Job suchen muss oder weiter studieren. Pragmatisch wie ich bin, habe ich mich fürs weiter Studieren entschieden und hoffe z.Zt. gerade, dass mich die Uni in Maastricht (für alle nicht Euregio Kinder: das liegt in den Niederlanden und nein, es heißt nicht Holland, das ist nur eine Provinz und die Niederländer mögen es gar nicht, wenn man sie alle in eine Provinz packt) nimmt und ich da ab September einen Master in European Studies machen kann. Dauert zwar auch nur ein Jahr und danach muss ich mir schon wieder überlegen, was ich machen will, aber es ist ein kleiner Aufschub. Und vielleicht klebe ich ja doch noch einen Doktor vor meinen Namen und kann damit noch 2 weitere Jahre im gemütlichen Elfenbeinturm Uni verbringen. Wenn Maastricht nicht klappt, gehe ich entweder nach Magdeburg, wo ein ähnlicher Master angeboten wird, oder ich bleibe hier und mache hier mit dem Master weiter, obwohl ich eigentlich nach 3 Jahren mal nen Tapetenwechsel brauchen könnte.

Tja, an diesen Zukunftsplänen liegt es auch, dass ich in diesem Sommer leider nicht wieder anderer Leute Kinder entertainen und damit Geld verdienen darf. Ich wäre so gerne noch ein Jahr zu meiner Familie in Belgien gegangen, ich vermisse sie alle so. Im Februar hab ich sie für ein Wochenende besucht, viel zu kurz, aber immerhin. Unglaublich, wie meine beiden Mädels gewachsen sind: Delphine spricht mittlerweile schon richtig und Charlotte ist richtig erwachsen. Natürlich haben sie diesen Sommer wieder ein AuPAir und ich bin so richtig eifersüchtig, das sind doch meine Kinder und meine Familie! Gut, mittlerweile hab eich mich einigermaßen damit abgefunden und hoffe einfach nur, dass das Mädel, das sie ausgesucht haben, so wunderbar ist, wie sie es verdient haben. Die Familie ist einfach nur klasse, und ich fände es so schade, wenn jemand sie enttäuschen würde.

550 Jahre Uni Greifswald

Ja, auch ganz wichtig, meine Alma Mater feiert dieses Jahr Geburtstag, und das wird natürlich mit allem Pomp and Circumstances gefeiert. Hier in der Stadt ist der blinde Feieraktionismus ausgebrochen, überall hängen Plakate und auf jedem halboffiziellen Brief, den man von der Uni bekommt, ist als Briefkopf das offizielle Motto „Wi55en l0ckt“ aufgeklatscht. Man bemerke die clevere Verbindung von Zahlen und Worten. Natürlich soll auch die Stadt für die ganzen Honoratioren, die kommen, verschönert werden, will heißen, auf einmal fällt ihnen auf, dass man die Schlaglöcher auf der Straße vielleicht doch mal ausbessern sollte, bevor hinterher der Herr Bundespräsident reinfällt und auf Nimmerwiedersehen darin verschwindet. Also muss man zurzeit in der Stadt mal wieder Baustellenslalom fahren. Na ja, etwas Positives hat die ganze Feierei auch für uns Studenten, gerüchteweise bekommen wir in der Jubiläumswoche im Juli frei, die Zeit kann man gut zum Lernen nutzen (kann aber auch sein, dass das mittlerweile wieder abgeschafft ist, hier weiß man nie so genau). Außerdem gibt es natürlich jede Menge Merchandise auf dem schön groß dieses Logo prangt, wer also eine Kaffeetasse, einen Pulli, T-Shirt oder sonstiges haben möchte, melde sich bei mir.

Was ganz besonderes für unser Skandinavistikinstitut hat das Jubiläum natürlich auch: Königin Silvia von Schweden kommt, schließlich sind wir die älteste schwedische Uni. Schön, dumm ist nur, dass unsere hübsche Skandi-Villa leicht einsturzgefährdet ist und sich eigentlich laut polizeilicher Anordnung nicht mehr als 1150 Personen darin aufhalten dürfen, da muss Frau Königin wohl ihre Entourage etwas zurückschrauben, oder sie läuft eben Gefahr, aus dem 2. Stock in den Keller durchzubrechen. Steht bei uns ja auch ständig an, warum soll es ihr da also besser gehen? Aber vielleicht sollte ich doch noch meinen Hofknicks üben (obwohl, ihre Majestät kommt erst im Oktober und wir wollen ja mal positiv denken und hoffen, dass die mich in Maastricht mögen).

Schlusswort

So, dass war jetzt ein langes Update, also kann sich keiner mehr beschweren. Bitte auch nicht schreien, wenn ich nächste Woche schon wieder nicht update, aber ich bin auf „Klassenfahrt“. Wir fahren mit unserem Powi Colloquium nach Heringsdorf, das liegt auf der schönen Insel Usedom und werden dort 4 Tage die Jugendherberge mit unserem intellektuellen Glanz erstrahlen lassen (kleiner Scherz). Theoretisch ist es eine Studienfahrt, wir diskutieren einen Text (in diesem Jahr den Gesellschaftsvertrag von Rousseau). Praktisch diskutieren wir zwar, aber natürlich nicht ganz so viel wie wir das hier tun würden und amüsieren uns ansonsten mit Grillen und lustigem Volleyball spielen. Das könnte allerdings in diesem Jahr im wörtlichen Sinne ins Wasser fallen, statt Autan und Sonnencreme ist wohl eher Regenmantel gefragt. Drückt uns mal die Daumen, dass es besser wird, sonst krieg ich nämlich irgendwann, eingesperrt mit 10 Theoretikern, einen Höhlenkoller. Und wenn dann noch wie im letzten Jahr eine hormongesteuerte 9. Klasse auf dem gleichen Flur wohnt wie wir, dann drehe ich endgültig durch. Ich meine, sooo schlimm können wir gar nicht gewesen sein. Da stehen dann nachts um 3 mehrere angeheiterte Mädels vor dem Zimmer der Jungs (das natürlich neben unserem liegen musste) und debattieren stundenlang darüber, wer denn nun klopft. Gaaah! am liebsten wäre ich aufgestanden, hätte einmal geklopft und der Sache so ein Ende bereitet. Naja, hoffen wir einfach mal, dass es dieses Jahr besser wird.

Ich melde mich dann Freitag in einer Woche mit einem Reisebericht.