Wednesday, August 31, 2005

New Orleans

Je mehr ich diese Bilder sehe, desto schockierter werde ich. Ungerecht, ich weiß, der Tsunami in Asien hat viel mehr Menschenleben gekostet, und eine Region getroffen, die um einiges ärmer ist als die USA, aber mit den USA fühle ich mich eben immer noch sehr verbunden. Eine ganze Stadt, die einfach in den Fluten versinkt, das ist doch unheimlich oder? Und es scheint, als würden es die Amerikaner nicht schaffen, eine organisierte Rettungsaktion auf die Beine zu stellen.
Es ist doch unheimlich, dass ein Hurricane so etwas anrichten kann - eine ganze Stadt, die einfach ausradiert wird. New Orleans habe ich zwar nie persönlich gesehen, aber alle Amerikaner haben mir immer erzählt, dass die Stadt zwar arm, aber immer voller leben war. Und Mardi Gras in New Orleans? Unglaublich, dass es das vielleicht nicht mehr geben wird.
Und wer kann sich schon vorstellen, alles, einfach alles zu verlieren und das im Bruchteil von wenigen Minuten.
Bush hat natürlich kkeine andere Idee, als zu beten - als ob DAS den Menschen helfen würde. und die Nachrichten gehen einfach über zu den nächsten Themen. Was interssieren mich die Arbeitslosenzahlen in Deutschland, wenn in Amerika Menschen stereben (und wieder - in Afrika sterben täglich Menschen, und wir registrieren es kaum - warum?)

Sarah

Ferienende

Ich weiß, ich weiß, schon wieder fast der dritte Tag ohne Post, aber hier ist ausnahmsweise mal schönes Wetter, und da habee ich echt keine Zeit, um mich vor den PC zu setzen. Außerdfem habe ich nochmal die letzten Tage mit Charlotte genutzt, ab morgen ist sie wieder den ganzen Tag in der Schule. ich muss sie zwar abholen, weil die normale Haushälterin irgendwo in Afrika festsitzt, aber immerhin erst um 5 Uhr.

Was ist sonst noch los? Ich befürchte im Moment, dass ich auch mit den 2 Koffern noch nicht auskommen werde. ich weiß gar nicht, was ich eigentlich sooo großes eingekauft habe, dass es so viel geworden ist, aber der 2. Koffer ist fast voll udn es stehen noch immer massig Sachen in meinem Zimmer rum.

Heute abend gab es wieder ein lecker Barbecue und ich habe mit meinem Hostdad Deutsch gesprochen, weil er dass mal in der Schule gelernt hatte und meinte, zu einem Barbecue mit Bratwürstchen müsste er mal Deutsch sprechen. Lustig, war allerdings nicht von Dauer, weil Charlotte sich dauernd beschwerte, dass sie nichts versteht.

Delphien hat heute abend ihr Essen des ganzen Tages wieder ausgekotzt, sehr lecker. Muss in der Creche irgendwas gegessen haben, was ihr nicht bekommen ist.

Melde mich morgen wider, ich bin ja völlig kinderlos. Grins

Sarah

Sunday, August 28, 2005

Comments

Ihr koennt jetzt wieder Comments hinterlassen, ich habe eine Antispam Funktion in den Settings gefunden. Also: schreibt viel und zahlreich!

Sarah

Pottermania

Da ich gerade mal wieder tief im Harry Potter - Sumpf feststecke (merkt man, dass ich keine Lust ahbe zum Lernen udn eine Ausrede brauche), hier mal ein kleiner Cartoon, den ich gefunden habe. Und ich bin immer noch überzeugt, dass Snape gut ist, Harrry ist einfach nur zu blöd, es einzusehen.

Lebenszeichen

Nachdem jetzt die ersten Beschwerden kamen, dass ich mein Blog nicht häufig genug update, werde ich euch jett mal wieder mit ein paar Infos versorgen, mich aber kurz fassen, denn ich lernen tatsächlich. (keine Ahnung, wie ich das alles in 3 Wochen in meinen Kopf bekommen soll)

Was habe ich also die letzten Tage getrieben? Freitag habe ich gearbeitet, war allerdings nicht schlimm, Charlotte hat sich benommen, auch wenn sie natürlich keinen Mittagsschlaf gemacht hat, weil die ihren Schnuller wollte. Abends hatte sie dann in ihrer Schule („Schule“ ist hier der Euphemismus für einen Ganztagskindergarten) erstes kennen lernen mit ihrer neuen Lehrerin. Ich bin mitgefahren, weil sie mir unbedingt ihre Schule zeigen wollte. War sehr lustig, auch weil die Schule niederländisch ist und ich es immer wieder lustig finde, diese Sprache zu hören. Man kann sie einfach nicht ernst nehmen, vor allem, weil dauernd alles verniedlicht wird. Hier mal ein kleiner Kurs für Anfänger, über die Worte, die ich in diesem Jahr neu gelernt habe: Mooi – schön – Dat is mooi= Das ist schön/ toll
Flink – brav
Praatjes – pol. Reden (das –jes ist die Verniedlichung, wird aber dauernd benutzt, genau wie bei:)
Soldaatjes – Soldaten
Oorlog – Krieg
Kiezing – Wahl
Verrassing - Überraschung
Wer kann denn so was bitte ernst nehmen? Ich liebe niederländische Nachrichten. Wer welche lesen will, hier ist der Link zu der niederländischen Tageszeitung, die wir hier bekommen, und die ich mit Freude lese und seien die Nachrichten noch so schlecht.

Samstag war dann wieder Geld ausgeben angesagt. Ich brauchte dringend noch eine neue Reisetasche, weil ich beim besten Willen nicht allen Kram, den ich hier gekauft habe, wieder in die bekomme, die ich schon hier habe: die war schon bei der Ankunft rappelvoll. Außerdem Abschiedgeschenke für die Kinder und noch ein paar Kleinigkeiten. Es hat mich den halben Tag gekostet, halb Brüssel war auf den Beinen und stand natürlich immer genau vor mir an der Kasse.

Charlotte hat gestern von ihren Eltern als Belohnung, dass sie ohne Schnuller pennt, eine Prinzessinnenbarbie bekommen – ihre erste überhaupt und jetzt lässt sie das Teil nicht aus den Augen. Sie hat gestern Nacht sogar ohne Terz geschlafen, nur weil sie die Barbie mit ins Bett nehmen durfte. Man kann nur immer wieder über die Macht von Barbie verzweifeln.

Heute habe ich mich dann tatsächlich zum lernen hingesetzt und werde das hoffentlich auch bis heute Abend durchziehen. Vielleicht gibt es dann noch mal ein Update.

Sarah

Thursday, August 25, 2005

Operation Schnuller

Muss eine 4-jährige wirklich noch einen Schnuller haben? Ich meine ja schon länger nein, aber meine Gasteltern schienen das eigentlich noch ganz normal zu finden. Immerhin war Charlotte wirklich von dem Ding abhängig, ohne den ging sie nirgendwohin. Heute Morgen hat sie dann stolz verkündet, ab sofort würde sie keinen Schnuller mehr nehmen. Ich war ja eher skeptisch, ich kenne Charlottes Versprechungen. Große Klappe, nix dahinter. Aber ihre Eltern haben sie sofort beim Wort genommen und den Schnuller versteckt. Also war er heute beim Mittagsschlaf weg. Das ging genau 3 Minuten gut, bis das erste Mal (ich hatte mich noch ein wenig zu ihr ins Zimmer gesetzt, um sie zu beruhigen): „Ich will meinen Schnuller“ gefolgt von großem Katzenjammer kam. Sie habe nur einen Scherz gemacht und wolle das Ding jetzt wieder, sie hat das halbe Haus zusammengebrüllt. Ich habe fast eine Stunde bei ihr am Bett gesessen, aber nix zu machen, sie hat nicht mal gewagt, die Augen zu zu machen. Heute Abend dann das gleiche Spiel mit ihren Eltern: erst Papa, dann Mama, dann wieder Papa. Und erstaunlicherweise haben sie nicht aufgegeben, sondern das Kind ne halbe Stunde schreien gelassen. Jetzt pennt sie, fragt sich nur wie lange. Wenn sie heute Nacht aufwacht, ist bestimmt Holland in Not.

Wetter war heute übrigens komplett bekloppt: morgens Dauerregen, nachmittags 10 Minuten Sonen, wieder Regenguss. Ich warte drauf, dass wir hier unter Wasser stehen. Ansonsten bin ich im Moment immer noch froh, wenn ich wieder zu Hause bin. Zur Zeit ist es schwierig, nicht unbedingt nur mit den Kindern, sondern auch mit meinen Gasteltern, weil die außer arbeit nicht viel im Kopf haben. Ich kann es ja verstehen, Mireille ist gerade befördert worden und hat von dem Job, den sie angenommen hat, eigentlich keinen blassen Schimmer (sie kommt aus der Medizin und macht jetzt Marketing) und bei Jean Pierre hat gerade seine Versetzung nach Schweden aus irgendwelchen Gründen nicht geklappt. Trotzdem ist es schwierig, hier vernünftig zu arbeiten, wenn man dauernd das Gefühl hat, man stört, wenn man eine Frage hat.

Sarah

Wednesday, August 24, 2005

Sightseeing mit einer 4-jährigen

Das Wetter war heute ausnahmsweise mal gut, laut meinen Gasteltern sollte das diese Woche aber die Ausnahme bleiben, also haben Charlotte und ich den Sommertag genutzt, um in die Stadt zu fahren. Für sie ist ja schon der Trip mit der U-Bahn ein Abenteuer. Am Schlosspark angekommen, haben wir erstmal den Spielplatz unsicher gemacht, und Charlotte hat sich sogar davon überzeugen lassen, dass die Schaukel kein Mordinstrument ist und es sogar Spaß macht, hoch zu schaukeln (auch wenn es nur die Babyschaukel war)

Danach ging es dann zum Höhepunkt des Tages: ins Schloss der Prinzessin. Eigentlich ist es das Repräsentationsschloss des belgischen Königs, aber das muss man einem Mädel, das mit Disneyprinzessinnen groß geworden ist, ja nicht auf die Nase binden, Schloss ist Schloss. Sie lief dann auch mit Augen wie Suppenteller durch die kitschigen Räume.

Nächster Stopp: das Museum der schönen Künste. Ich war zwar nicht überzeugt, dass das was für ne 4-jährige ist, aber meine Gasteltern meinten, ich solle es versuchen. Da sie die Zeche zahlten, war es mir wurscht. Also rein. Und siehe da: Charlotte findet die Bilder gut, nur mit moderner Kunst kann sie nix anfangen (ich allerdings auch nicht), sie sagt, Delphine könne das besser malen. Magritte findet sie allerdings gut, wenn auch "etwas komisch".


Inzwischen war Mittag und Charlotte knurrte den Magen. Also zu Pizza Hut, das geht schnell, sie mag es und für die Wartezeit gibt es Spongebob Bilder zum Ausmalen. Sie hat dann wirklich eine halbe Pizza verputzt, danach gab es noch ein Eis. Der nette Verkäufer hat mir dann noch zu meiner süßen Tochter gratuliert und war ganz erstaunt, als ich ihn aufklärte, dass ich hier nur die Nanny bin.

Weiter gings: die Kathedrale von Brüssel (nach Charlotte: das Haus von Jesus). Erstmal mussten wir uns durch eine wohl etwas verirrte Gruppe von Katholiken vom Weltjugendtag kämpfen, aber dann war Charlotte beeindruckt: groß, bunte Fenster, Kerzen und es gab Fotos von der Hochzeit der Prinzessin – was will man mehr. Danach ein letzter Trip zum Spielplatz und dann nach Hause, Delphine von der Crèche holen.

Ich bin jetzt todmüde, ein toller Tag war es trotzdem, Charlottes leuchtende Augen zu sehen war es allemal wert. Jetzt muss ich mir nur für morgen was einfallen lassen, damit sie nicht den völligen Crash erlebt.

Sarah

PS: Jessica: CONGRATULATIONS! Ich wusste, dass du das rocken wirst. Auf nach Dresden, da wollte ich immer schon mal hin. Und für deine BA Arbeit gilt nach Erich Kästner (immerhin ziehst du in seine Geburtsstadt): „Es gibt nicht Gutes, außer man tut es.“

Tuesday, August 23, 2005

Boooooring!

Gestern kein Update, aber es war auch einfach nichts los. Hier ist so was von Routine eingehrt, dass ich fast froh bin, dass ich den Job nicht noch mal für ein Jahr machen muss (wie habe ich das bloß in Amiland durch gestanden – jaja ich weiß, da hatte ich keine bis zuwenig Routine, verkneift euch die Kommentare). Ich habe die letzen beiden Tage damit verbracht, mit Charlotte Drachen zu basteln und sie dazu zu überreden, wenigstens ab und zu mal den Kopf an die frische Luft zu stecken, weil ich sonst im Haus einen Koller bekomme. Zugegeben, das Wetter ist nicht gerade einladend, aber trotzdem, den ganzen Tag im Haus hocken geht doch auch nicht.

Delphine ist „bubbly“ wie immer: gibt aller Welt Küsschen, hat entdeckt, dass der Spielplatz toll ist und isst wie immer Massen (aber keine Crepe und Bananen bitte).

Ich habe gerade entdeckt, dass „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ hier erst diese Woche anläuft und zwar im Original, so dass ich tatsächlich die Chance bekomme, die Stimme von Alan Rickman als Marvin, dem depressiven Roboter zu hören. Yeah!

Sarah

PS: Happy Birthday dear Sister, Happy Birthday to you….

PPS: in meinem Comments haben sich leider die Spam Mails angesammelt, deshalb habe ich Kommentare nur noch von Mitgliedern zugelassen. Schicke euch in den nächsten Tagen allen ne Mail, damit ihr wieder fleißig schreiben könnt.

Sunday, August 21, 2005

Eichmann in Jerusalem

Da ich heute nichts mache außer lesen, bekommt ihr jetzt einen Buchtipp von mir (der auch für alle Nicht-Politikwissenschaftler empfehlenswert ist, obwohl es ein Schinken von 400 Seiten ist): Hannah Arendts „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“. Ich lese das Buch für meine Abschlussprüfung und wusste ehrlich gesagt nicht so ganz, auf was ich mich eingelassen hatte, als ich mir das Buch ausgesucht habe, gelesen hatte ich es vorher nicht. Mich interessierte der Untertitel: „Ein Bericht von der Banalität des Bösen“. Wie kann das Böse banal sein? Ich habe am 11. September das Böse gesehen, und banal war der Tod von 3000 Menschen ganz bestimmt nicht. Eher schon das, was man sich auch als Nichtgläubiger unter etwas teuflischem, dämonischen vorstellt.

Aber genau dieses Bild zerstört Hannah Arendt mit ihrer Charakterisierung von Adolf Eichmann, jenem Mann, der 1961 in Israel vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt wurde dafür, dass er die Tötung von 6 Millionen Juden minutiös organisierte. Eichmann ist kein Dämon, er ist auch nicht verrückt oder ein Psychopath, auch kein Antisemit, er ist, und das ist das Erschreckende, vollkommen normal. Gegen die Juden hat er nichts, er macht nur seinen Job, tut das, was der Führer befiehlt. Er ordnet sieen Wertvorstellungen vollkommen der gerade herrschenden äußeren Ordnung unter. Das einzige, wonach er strebt, ist Anerkennung. Die Reflexion, über das was er tut, fehlt völlig, er hat keinerlei Fantasie, die es ihm ermöglichen würde, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Eichmann ist jedermann, ein subalterner, austauschbar – und doch: schuldig. Das Argument, dass er nur ein Rädchen im Getriebe gewesen sei und das jeder in dieser Situation genauso gehandelt hätte wie er, lässt Arendt nicht gelten. ER hat diese Taten begangen, ER muss sich dafür verantworten. Doch, so kritisiert Arendt auch das israelische Gericht, Eichmann ist nicht nur schuldig an Verbrechen gegen das jüdische Volk, sondern an Verbrechen gegen die ganze Menschheit. Er hat mit seinen Taten gegen eine der fundamentalsten Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens verstoßen: die Menschlichkeit.

Die erschreckenste Erkenntnis aus Arendts Buch ist für mich allerdings, dass ein Verbrechen wie der Holocaust nicht so einzigartig und unwiederholbar ist, wie immer propagiert wird. Es braucht keine Monster, sondern nur genug Menschen wie Eichmann, für die das Feindbild vollkommen austauschbar ist. Und ein bisschen Eichmann steckt wahrscheinlich in jedem von uns.

Saturday, August 20, 2005

On this perfect day…

Nachtrag zu Gestern: meine Hosties sind um drei Uhr nachts wieder gekommen, das heißt, ich habe ungefähr 5 Stunden geschlafen und war erstmal todmüde, als der Wecker klingelte. Aber da mein Schwesterchen heute kam, um mich zu besuchen musste ich ja raus, um sie vom Bahnhof abzuholen.

Ich war viel zu früh da, aber kein Problem. Ich habe sie zum Glück gleich gefunden und wir sind losgezogen. Aufgabe: so viele Sehenswürdigkeiten und ein gutes Shopping an einem Tag schaffen. Also zuerst raus zum Atomium, das zurzeit gerade renoviert wird. Heißt, man kann nicht wie sonst raufklettern und einige der Kugeln sind auseinandergebaut, um die alten dreckigen Teile mit neuen zu ersetzen. Die alten Teile werden übrigens an Sammler verscherbelt, die Stadt Brüssel scheint Geld zu brauchen. Danach ging es weiter in die Innenstadt zunächst mal sich mit einer guten Brüsseler Waffel mit Schokoladensoße stärken, Nachdem wir das geschafft hatten, ohne uns zu bekleckern (und das, obwohl ich eine weiße Jacke anhatte) ging es weiter zum Schloss, das im Sommer zu besichtigen ist. Nach einem Spaziergang durch das Sablonviertel, bei dem wir uns nur unwesentlich verlaufen haben, war dann Manneken Pis dran. Nicht schwer zu finden, immer den Touristenmassen nach. Und das, obwohl das Männlein gerade mal 30 cm groß ist.

Nach dem Mittagessen bei Pizza Hut war dann endlich „shop til you drop“ dran und wir haben das beide weidlich genutzt, allerdings wurden unsere armen Füße dann doch allmählich immer müder, so dass wir doch öfter Pausen einlegen mussten.

Um halb 8 ist Svenja dann wieder nach Hause gefahren, mittlerweile müsste sie also fast zu Hause angekommen sein. Es lebe der Thalys. Es war doch etwas schade, dass sie schon heute wieder fahren musste, aber in 2 Wochen bin ich ja auch schon wieder zu Hause. Manchmal finde ich es doch wieder unglaublich, wie gut wir uns mittlerweile verstehen, wenn man bedenkt, wie sehr wir als Teenies wie Hund und Katz waren. Man wird vielleicht doch erwachsen. Unterschiedlich sind wir immer noch: meine Schwester ist das Model, ich der Bücherwurm, aber immerhin motzen wir uns nicht mehr bei jeder Gelegenheit an.

So, und jetzt gehe ich schlafen, ich bin todmüde.

Sarah

PS: Die Fotos sind von letztem Jahr, aber so viel hat sich nun wirklich nicht verändert.

Friday, August 19, 2005

Kinderkrisen

Hi ihrs,
heute kann ich echt nur sagen: endlich Wochenende. Charlotte war heute sowas von nervig. Heute morgen war sie schon beim Aufstehen schlecht gelaunt und hat erstmal, als ihr Vater zur Arbeit ging, einen halbstuendigen Schreikrampf bekommen, es war nicht mehr mit ihr zu reden, sie hat nur noch aus voller Kehle Papaaaa! gebruellt. Ich war wieder mal kurz davor, Jean-Pierre tatsaechlich anzurufen, aber dann hat sie sich zum Glueck ausgepowert und ist eingepennt, allerdings nur fuer ne halbe Stunde, wesentlich besser war sie dann den Rest des Tages allerdings auch nicht mehr drauf.
Jean Pierre kam dann aber zum Glueck schoen um 4 zurueck, wahrscheinlich; weil er sich Sorgen um seine Prinzessin machte, er hat sie dann aber auch bloss vor den PC gesetzt und Winnie Pooh spielen lassen.
Delphine war suess wie immer und hat nicht mit der Wimper gezuckt, als Jean Pierre und Charlotte abends zu nem Barbecue abgezogen sind. Wieder so eine hirnverbrannte Idee meiner Hosties: Charlotte ist nach dem Wochenende bei Oma und Opa gerade wieder in einem einigermassen normalen Schlafrythmus, da schleppen sie sie wieder zu einer Party. Vor Mitternacht sind sie garantiert nicht wieder da. Gut, dass ich morgen den ganzen Tag weg bin.
Schoenes Wochenende euch allen
Sarah

Thursday, August 18, 2005

Was Brüssel zurzeit in Atem hält

Hier mal ein Zeitungsartikel aus der Rubrik: auch in Brüssel passiert mal was. hier redet gerdae keiner über was anderes:

Geiselnahme in Brüsseler Innenstadt

Ein verurteilter Mörder hat zwei Menschen in seiner Gewalt, zuvor hat er zwei junge Mädchen freigelassen.

Mit einer Geiselnahme hielt ein verurteilter Mörder auf Hafturlaub Donnerstagmittag die Brüsseler Polizei seit mehr als 18 Stunden in Atem. Der 37-Jährige hatte noch zwei Frauen in seiner Gewalt, wie die Behörden bei einer Pressekonferenz mitteilten.

Der Bewaffnete hatte neben der Pflegemutter seiner beiden Töchter und deren Mutter am Mittwoch auch die zwei Kinder in seine Gewalt gebracht. In der Nacht auf Donnerstag ließ er die Mädchen im Alter von zwei und neun Jahren frei.

Eine Polizistin wurde leicht am Arm verletzt, als sie mit einer Kollegin an den Ort der Geiselnahme gerufen wurde und der Täter das Feuer eröffnete. Rund um die Wohnung über einer Gaststätte nahe dem Brüsseler Hauptbahnhof bezogen Scharfschützen Position. Die Gegend ist weiträumig abgesperrt, was zu Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr führte.

Der Geiselnehmer fürchtet nach Polizeiangaben, keinen Zugang zu seinen Kindern mehr zu bekommen. Er war 1997 zu 13 Jahren Haft wegen eines Mordes aus Eifersucht verurteilt, zwei Jahre später aber wieder freigelassen worden. Der Mann hat auch einen Banküberfall mit Verletzten und einen Gefängnisausbruch im Strafregister. Im Jänner 2002 wurde der als "Farid der Verrückte" bekannte Kriminelle zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, weil er seine ältere Tochter zwei Jahre zuvor in einem Schnellrestaurant als Geisel genommen hatte.

Quelle: http://www.tirol.com/chronik/international/17585/index.do

PS: Der Gare Central ist mitten in der Innenstadt, dass heisst, man kommt nirgends mehr hin, ohne Riesenumwege zu laufen.

Übermüdete Kinder

Gestern kein Eintrag, aber es ist auch nichts passiert, ich habe draußen in der Sonne gelegen und gelesen und alle 10 Minuten den Liegestuhl umgerückt, weil die Sonne so schnell gewandert ist.

Heute habe ich dann das erste Mal wieder gearbeitet und der Morgen war gleich der Horror: Charlott war ncch 4 Tagen bei Oma udn Opa komplett übermüdet und knatschtig, also habe ich sie nach dem Frühstück erstmal wieder ins Bett gesteckt, was nicht wirklcih geholfen hat. Als sie wieder aufgewacht war und ich sie gebadet habe, hat sie danach einen kompletten Wutanfall bekommen, warum weil ich selbst nicht so genau und hat eine halbe Stunde nur gebrüllt. Ich hatte echt Angst, dass die Nachbarn rüberkommen oder die Polizei rufen, so nach dem Motto "Was macht die mit dem armen Kind?" Ich habe sie dann unter Schreien und Toben wieder ins Bett verfrachtet und ihr den Schnuller in den Mund gestopft, dann war sie wenigstens ruhig und nach 10 Minuten eingepennt -- für die nächsten drei Stunden.
Ich habe in der Zeit TV geguckt, weil ich keinen Bock zum lernen hatte, aber es kam nur "Ankunft des Papstes in Köln", sogar auf CNN! Wenn zum Henker interessiert das, und vor allem drei Stunden lang?
Der Nachmittag mit Charlotte war dann sehr angenehm, ich glaube, sie wusste genau, dass sie am Morgen zu weit gegangen war und war extrem nett zu mir. Also sehr angenehm.

Abends habe ich mich dann mit Jenny getroffen die hier ein Praktikum macht (Hallo!!!) udn wir haben nett bei Pizza Hut gegessen und die ganze Zeit nur gelacht. Es war toll, sie wiederzusehen. Brüssel ist allerdings bei Nacht, um es mal vorsichtig auszudrücken, etwas "iffy" und mir nicht so ganz geheuer. Zum Glück hat mich Mireille wieder abgeholt, in die Metro hätte ich mich dann glaube ich doch nicht mehr getraut (sagt das Mädel, das nachts um 12 alleine durch New York City gezoegn ist)

Meldet euch mal wieder, mein Postfach ist in letzter Zeit ziemlich leer. Los, los, nicht so faul!

Sarah

Tuesday, August 16, 2005

Europa für Anfänger


Charlotte ist bei ihren Großeltern, Delphine in der Crèche – was kann ich also als Politikstudentin besseres mit meiner Zeit anfangen, als die europäische Union zu besuchen. Als Besichtungsprogramm stand das europäische Parlament auf dem Programm, alle anderen Institutionen können nur von Gruppen und mit Voranmeldung drei Monate vorher besucht werden, sehr bürgerfreundlich. Also los. U-Bahnstation Schuman, hier winkt mir schon die europäische Flagge entgegen, ich muss also richtig sein. Ich erklimme die Treppen aus dem Schacht, Rolltreppe gibt es keine (ob das mit den Behindertenrichtlinien der EU konform geht?) und brauche erstmal meine Sonnenbrille. Nicht nur, dass endlich die Sonne scheint, das „Quartier Européenne“ ist auch der stahlgewordene feuchte Traum eines Architekten: überall schimmern mir verglaste Wolkenkratzer in den verschiedensten Designs entgegen. Nach einem kurzen Blick auf die Uhr stelle ich fest, dass ich bis zur Führung um 10:00 Uhr noch ein wenig Zeit habe und mache mich so gemütlich auf den Weg zu EU Parlament. Kann ja nicht so schwer zu finden sein. Denkste. Hier sehen alle Gebäude gleich aus und außerdem scheint zumindest hier im EU Viertel noch niemand was von Feinstaubgrenzwerten gehört zu haben, die Autoabgase hier legen einen leichten Schleier in die Luft. Aber schlussendlich– der Mensch ist ja patent – finde ich dann doch, geschickt hinter einem Bauzaun versteckt, den Besuchereingang des Parlaments. Dumm nur, dass der verschlossen ist. Netterweise haben die EU-Menschen aber einen Zettel an die Tür gekleistert, dass man sch doch für die Führungen an den Haupteingang des Paul Henri Spaak Gebäudes wenden sollte. Auch gut – nur erstmal finden das Ding. Es ist das gleiche Gebäude, eine Tür weiter um die Ecke, für die, die es wissen wollen – und es steht zwar dran, Zutritt nur mit Akkreditierung, aber für die Führungen kommt man trotzdem rein. Ich bekomme so langsam das Gefühl, die EU ist nicht sehr erpicht auf Besucher. Zu Beginn der Führung sind wir dann aber doch ca. 25 Wissbegierige. Nachdem unsere Pässe überprüft sind – keine etwaigen Terroristen dabei (große Gefahr, vor allem, weil Sommerferien sind und sämtliche Abgeordnete vermutlich in Cannes am Strand liegen) bekommen wir von netten PR Mitarbeitern Audioguides in die Hände gedrückt (es gibt alle EU Sprachen, nur für Maltesisch brauchen sie noch ein wenig Zeit – mich würde interessieren, welcher Prozentsatz der Besucher eine Führung auf Maltesisch verlangt). Die Führung ist ein bisschen „Das EU Parlament für Dummies – eine Einführung für Anfänger“, aber was solls, zumindest habe ich jetzt gesehen, wo unsere Parlamentarier so tagen und im Informationszentrum sogar noch einen Comic zur Arbeitsweise des EU Parlamentes bekommen – kostenlos. Dahin verschwinden also unsere Steuergelder. Die EU-Verfassung als Druckversion gab es dafür nicht, aber man kann eben nicht alles haben, Comic ist ja auch bunter. Wer auch einen will, soll sich melden (und wieder: alle Sprachen, außer Maltesisch ;-)

Sarah

PS: Eben habe ich von Jean-Pierre erfahren, dass Charlotte noch eine Tag bei ihren Großeltern bleibt, also habe ich morgen noch einen Tag frei. Was mache ich denn mit so viel freier Zeit? Da könnte man ja direkt zu lernen anfangen.

Monday, August 15, 2005

Just another manic monday…

Naja, so manic war er gar nicht. Charlotte ist ja bei ihren Großeltern, also war nur die Kleine da, da heute Feiertag in Belgien ist und alles zu hatte. Die zahnte allerdings, war also etwas knatschig. Also habe ich sie in den Buggy gepackt und bin mit ihr in den Park gezogen, die frische Luft gefiel ihr anscheinend, jedenfalls war sie ruhig und hat danach fast drei Stunden lang Mittagschlaf gemacht. Sehr angenehm.

Meine Gasteltern sind dann abends zu einem Wellnessprogramm ins Schwimmbad verschwunden, also hab ich mich mit Delphine amüsiert. Jetzt habe ich gerade viel zu viel Crepe gegessen und sitze dick und rund vor dem PC.

Sarah

PS: Hier natürlich noch der Schmunzler des Tages, ist zwar auf Englisch, aber das solltet ihr ja alle verstehen. Ist ein kleiner Wortwechsel aus meiner derzeitigen Lieblingserie „Desperate Housewives“ (wer sie nicht kennt: sofort gucken, ihr verpasst was) und erklärt, wie ich meine Kids dazu bekomme, mir zu gehorchen: ;-)

Lynette: "Now listen to me, you are going to behave. I will not be humiliated in front of the entire neighborhood. And just so you know that I'm serious, I am." (She pulls out paper)
Porter: "What's that?"
Lynette: "Santa's cell phone number!"
Preston: "How'd you get that?"
Lynette: "I know someone, who knows someone, who knows and elf. And if any of you acts up, so help me I will call Santa and tell him you want socks for Christmas! Alright, are you willing to risk that!?"

Sunday, August 14, 2005

Frust

Auch wenn es wahrscheinlich keinen interressiert und das heute schon mein dritter Post ist: ich bin gerade extremst frustriert. Wollte gerade ein Photo der beeindruckenden Gewitterfront vor unserem Haus machen als ich fest stellte, dass meine schoene Digicam kaputt ist. Das heisst, nicht komplett kaputt, an geht sie noch und alles, aber diese komische Schutzblende vor der Linse oeffnet sich nicht mehr, da hat wohl die Mechanik den Geist aufgegeben. Gaaah! Warum passiert sowas immer in den Ferien? (vielleicht, weil das die einzige Zeit ist, in er man die Kamera benutzt?) Jedenfalls reicht mein Franzoesisch nie und nimmer aus, um irgendeinem Menschen im Geschaeft klar zu machen, was ich repariert haben will, also muss ich jetzt versuchen, meiner lieben Mum ihre Kamera abzuschnorren. Meine Schwester kommt mich ja zum Glueck naechsten Samstag besuchen (freu mich schon), dann kann sie sie mir ja mitbringen.
Sollte es Kameraexperten unter meinen Lesern geben, die mir spontan sagen koennen, wie ich das repariert kriege (dagegentreten wie beim PC trau ich mich nicht grins): immer her damit.
So, und jetzt gehe ich CSI gucken und noch was Trueffelschokolade fressen, ich bin frustriert!

Sarah

Was man von Kindern lernen kann - aber nicht möchte

Dachte mir, ich teile mal ein paar witzige Dinge, die ich so auf meinem Computer herumfliegen habe, mit euch. (bin ich nicht nett? grins) Da ich hier als AuPair arbeite, fand ich das hier einen guten Beginn. Viel Spaß!


Ein großes Wasserbett enthält ausreichend Wasser, um einen Bungalow von 180 qm 10 cm hoch unter Wasser zu setzen.

Wenn man Haarspray auf Staubbällchen sprüht und mit Inline-Skatern darüber fährt, können diese sich entzünden.

Die Stimme eines Dreijährigen ist lauter als die 200 Erwachsener in einem vollen Restaurant.

Wenn man eine Hundeleine an einem Deckenventilator befestigt, ist der Motor nicht stark genug, um einen 20 Kilogramm schweren Jungen, der Batman-Unterwäsche und ein Superman-Cape trägt, rundherum zu befördern.

Dagegen reicht die Motorkraft aus, mit einem daran gehängten Farbeimer, die Farbe auf allen vier Wänden eines 6 x 6 Meter großen Zimmers zu verteilen.

Man sollte keine Baseball-Bälle hochwerfen, wenn der Deckenventilator eingeschaltet ist. Sollte der Deckenventilator als Schläger verwendet werden, muss der Ball einige Male hochgeworfen werden, bevor er getroffen wird. Ein Deckenventilator kann einen Baseball-Ball sehr weit schlagen.

Fensterscheiben (selbst Verbundglasscheiben) halten einen von einem Deckenventilator geschlagenen Baseball-Ball nicht auf.

Wenn Sie die Klospülung hören, gefolgt von "Oh weia", ist es schon zu spät.

Ein Sechsjähriger kann mit einem Feuerstein eine Flamme erzeugen, auch wenn ein 36jähriger Mann sagt, dass das nur im Film möglich wäre. Und mit einer Lupe kann man selbst an trüben Tagen Feuer machen.

Einige Legosteine können das Verdauungssystem eines Vierjährigen passieren.

Knetmasse und Mikrowelle sollten niemals im gleichen Satz erwähnt werden.

Egal, wieviel Götterspeise man in den Swimming Pool schüttet, es nicht möglich über das Wasser zugehen. Poolfilter mögen keine Götterspeise.

Videorecorder spucken keine Sandwiches aus, auch wenn das in manchen Werbespots im Fernsehen gezeigt wird.

Müllbeutel sind keine guten Fallschirme.

Murmeln im Tank machen beim Fahren eine Menge Lärm.

Sie möchten lieber nicht wissen, was das für ein Gestank ist.

Schauen Sie immer in den Backofen, bevor Sie ihn vorheizen.

Plastikspielzeuge vertragen die Hitze nicht.

Regenwürmern wird vom Schleudergang der Waschmaschine nicht schwindelig.

Katzen dagegen wird sehr wohl schwindelig.

Wenn Katzen schwindelig ist, erbrechen sie das Doppelte ihres Körpergewichts.

Lernen? - vielleicht

Nach einem schönen Sommertag ist heute wieder Aprilwetter in Brüssel. Es ist echt bekloppt, 10 Minuten lang regnet es wie aus Kübeln, danach wieder strahlender Sonnenschein. Nicht mehr normal so was. Macht aber nix, ich muss ja eh lernen, oder versuche es zumindest. Statt zu lernen, habe ich heute bereits 2 Briefe und eine Postkarte geschrieben, unnötig im Internet herumgesurft und durch die Fernsehprogramme gezappt, es läuft aber dummerweise nix, also habe ich, wenn ich mit diesem Eintrag fertig bin, leider keine Ausrede mehr.

Was besonderes gibt es eigntlic nicht zu berichten. Ich habe das ganze Haus für mich, weil meine Gastfamilie zu den Großeltern gefahren ist, um Charlotte abzuliefern. Natürlich haben sie mir noch beim Feinkosthändler ein Mittagessen gekauft, damit ich auch versorgt bin. Es ist echt nicht zu fassen. Ich kann sagen, was ich will, meine Gasteltern bestehen darauf, dass ich „was Gutes“ zu essen habe. Lustig.

Sonst gibt es eigentlich nix zu berichten. Hieer in Belgien ist der neue IKEA Katalog schon draußen, und ich muss mich schon wieder sehr zurückhalten, um nicht den halben Laden aufzukaufen. Leider ist in meiner Wohnung os gar kein Platz mehr für neue Möbel. Aber nächstes Jahr bin ich ja fertig und ich bin sicher, dass ich mir dann meine neue Wohnung wieder mit IKEA einrichten werde.

Saturday, August 13, 2005

Fotos



so, jetzt habe ich endlich rausgefunden, wie man hier Fotso einfügt, ist gar nicht so schwer. Also hier erstmal ein paar Images: Meine beiden Kids, Charlotte (die ältere) und Delphine.

Die anderen Bilder habe ich da eingefügt, wo sie thematisch hinpassen, also nochmal durchscrollen lohnt sich!

Sarah

Chaos

Jaja, Planen war noch die Stärke keiner meiner bisherigen Gastfamilien. Seit einer Woche stand fest, dass heute Freunde mit ihren Kids zu Besuch kommen wollten und dass wir ein Barbecue machen wollten. Die Family wollte mittags kommen und als ich 10 zum Frühstücken kam, waren noch beide Kids im Schlafanzug, meine Hostmum zu spät zu einem Arzttermin und mein Gastvater stellte fest, dass kein Fleisch mehr im Haus war. Aaaah! Also habe ich mir die Kinder geschnappt, in die Badewanne gesteckt und sie den Morgen von ihren Eltern ferngehalten, damit die alles vorbereiten konnten. Zum Glück hat der Besuch angerufen, dass sie zu spät kommen werden (Pünktlichkeit scheint nicht gerade eine belgische Spezialität zu sein), sonst wäre nicht mehr alles fertig geworden.

Dann gab es aber ein echtes amerikanisches Barbecue, sehr lecker. Danach habe ich mich dann verzogen, ich wollte noch ein bisschen shoppen. Ich war im Woluwé Shopping Center, ist bei uns direkt um die Ecke: ich hatte natürlich den Fehler gemacht, mir meine neuen Schuhe anzuziehen, in denen mir nach 5 Minuten die Füße wehtaten. Also führte mein erster Weg zu H&M, um Flip Flops zu kaufen, weil es echt nicht mehr ging. Jetzt, wo schon die Winterkollektion draußen ist, gibt es natürlich keine große Auswahl mehr, also besitze ich jetzt knallpinke Flipflops mit Herzchen. Auch gut, wenigstens tun sie nicht weh. Ansonsten hab ich nicht viel gefunden, nur noch ein bisschen Briefpapier, damit ich Kontakt nach Norwegen aufnehmen kann.

Sarah

Friday, August 12, 2005

Endlich Wochenende

Freitag, und es war ein einfacher Arbeitstag. Charlotte hat sich fast mustergültig verhalten und hat außerdem fast 2 Stunden Mittagsschlaf gemacht.

Heute haben die Zeugen Jehovas bei uns geklingelt. Im Moment scheinen echt alle Leute meine Seele retten zu wollen.

Jetzt habe ich mich gerade wieder spontan zum Babysitten bereit erklärt, weil meine Gasteltern zu dem Vater von JP müssen. Der hat gerade angerufen, dass er viel zu viel Hummer gekauft hat und noch Leute braucht, die ihn mit ihm aufessen. Die spinnen, die Belgier! Ich werde es mir hier zu Hause gemütlich machen und mir mal wieder ne Pizza ordern.

Am Wochenende werde ich mich endlich mal damit auseinandersetzen, wie man hier Fotos einfügt, damit ihr auch mal seht, wie ich hier so lebe.

Sarah

Thursday, August 11, 2005

Handarbeiten

Hmmh, und ich dachte, ich bin eine moderne Frau, die mal Karriere machen wird und sich von alten Rollenbildern löst. Stattdessen habe ich heute den Großteil des Tages damit verbracht, Perlen zu weben, weil Charlotte ein Armband haben wollte und nach drei Reihen natürlich keine Lust mehr auf die letzten 57 hatte. Und wer macht es fertig: Sarah natürlich, Sarah ist ja nett. Jetzt tut mir der Rücken weh, meine Finger sind zerstochen und meine Augen tun weh. Und dazu hab ich heute tatsächlich noch gekocht, weil nicht mehr von unserem Abendessen gestern übrig war, was Charlotte gegessen hätte (auf Pasta mit Trüffel, Parmesan und teurem Schinken mit einem schönen Chateuneuf du Pape steht sie leider noch nicht.) Also gab es eben Spagetti mit Hackfleischsoße, fand sie auch gut.

Habe ich schon erwähnt, dass ich hier mehr Alkohol trinke, als ich sonst in einem Semester zu mir nehme? Und das, ohne mich zu übergeben (und das letzte Mal, dass mir das passiert ist, hatte ich NICHT zu viel getrunken, ich muss was Falsches gegessen haben. Grins) Aber die Weine, die es hier gibt, sind auch echt lecker, heute habe ich bestimmt wieder einen halben Liter intus. Außerdem gibt es hier das beste Bier der Welt. Schon mal Bier mit Kirsch- oder Himbeergeschmack getrunken? Lecker, kann ich da nur sagen. Wenn ich es schaffe, meine Eltern zu überreden, in nächster Zeit mal nach Greifswald zu kommen, dann bringe ich auf jeden Fall welches mit, damit alle probieren können. Und ich brauche es noch nicht mal aus Belgien exportieren, in Aachen gibt einen belgischen Supermarkt. Freut euch schon mal!

Dann habe ich heute „schweren Herzens“ meine Teilnahme am Weltjugendtag in Köln abgesagt: Warum ich mich dazu angemeldet hatte, weiß der Henker, ich glaube, da halte ich für den Sommer noch keine Pläne. Aber mich auch nur in die Nähe des Herrn Benedikt des wievielten zu lassen, halte ich für äußerst gefährlich. Außerdem wäre ich denen wahrscheinlich sowieso nicht sympathisch gewesen, schließlich habe ich sämtliche Bücher gelesen, die der neue Papst auf den Index gesetzt hat: Den DaVinci Code und (schockschwere Not) sogar Harry Potter. Da ist meine Seele wahrscheinlich sowieso nicht mehr zu retten. Ich bin ja durchaus für Diskussionen über Religion offen, immerhin wohne ich mit einer Christin zusammen und wir verstehen uns super (falls du das hier liest, Katrin, alles Gute!) und ich finde es sogar ganz spannend, aber mit Katholiken kann man nicht debattieren. OK, Schluss jetzt mit der Tirade, ich werde jetzt ins Bett verschwinden.

Alles Liebe

Sarah

PS: ich habe mir meine ersten Bücher auf Französisch gekauft, ich will ja lernen. Allerdings zählt das eine nicht wirklich: Der DaVinci Code auf Französisch ist in sofern sinnlos, als das ich das Buch eh fast auswendig kann.

Wednesday, August 10, 2005

Geburtstag

Jetzt ist es also offiziell: ich bin 24 und damit fast 25 und damit fast an den magischen 30!!!! Gaaaah!!! Ich will nicht. Wo ist denn bitte die Zeit geblieben? Vor ein paar Tagen habe ich noch vor dem Abi gezittert, jedenfalls habe ich so das Gefuehl.

Wie war mein Geburtstag? Eigentlich richtig schoen. Meine Familie hier hat mich heute morgen mit einem schoenen Geburtstagsstisch und Gesang empfangen "unterstuetzt" von einem furchtbaren elektronischen Hamster, der Happy Birthday krakelt udn dabei mit den Armen wackelt. Delphine hatte vor dem Teil eine Heidenangst, deshalb wurde es zum Glueck schnell verbannt. Das Viech ist ja ganz witzig, macht einen abre nach fuenf Minuten wahnsinnig.

Dann sind meine Gasteltern arbeiten und ich habe den Tag mit Charlotte verbracht. Meine Hostmum ist gerade befoerdert worden und hat deshalb im Moment ne Menge Stress, was sich zum Teil wohl auch auf Charlotte uebertraegt, jedenfalls war sie heute ausgebrochen schwierig und reizbar. So à la "Ich halte muir jetzt die Ohren zu und bruelle, dann kannst du sagen was du willst, ich hoere dich nicht." Vielleicht war sie aber auch einfach nur uebermuedet, weuil sie im gleichen Zimmer schlaeft wie Delphine, die die halbe Nacht Terror gemacht hat.

Meine Halsschmerzen sind immer noch nicht ganz weg, aber Mireille hat mir ein Medikament mitgebracht; das wird hoffentlich helfen. Wenigstens habe ich meine Stimme wieder. Warum werde ich eigentlich immer im Sommer krank?

Schreibt mal wieder und danke an alle die e-cards geschickt haben.

Sarah

PS: Congratualtions an mein kleines Schwesterchen; die heute die Zusage uer ihre Traumuni bekommen hat udn so in 4 Jahren mit Diplom Kinder quaelen darf. Sister, ich bin stolz auf dich!

PPS: Berit og Silke: Tusen takk for gavene deres, jeg liker T-shirten veldig mye. Det var en kjempegod idé av deres. Og "Kangeruhen" er veldig soett, det henger allerede i noekkkelene mine. Det er ganske kjedelig her i Belgia uten deres ogsa. Skriver snart.

Tuesday, August 09, 2005

Dienstag

Wie gesagt, allmählich kehrt hier der Alltag ein, also gibt es nicht allzu viel Neues zu bereichten. Sorry, dass ich gestern nicht geschrieben habe, aber der Tag war einfach nur blah! Die Erkältung hatte mich so richtig erwischt und abends bin ich einfach nur noch ins Bett gefallen und habe 10 Stunden durchgeschlafen. Heute geht es mir zum Glück aber schon wieder sehr viel besser, ich verliere nur gerade etwas meine Stimme, macht aber nix, Charlotte redet sowieso den ganzen Tag für zwei und solange ich ab und zu ein „Oui“ oder „C’est vrai?“ einwerfe, geht es.

Heute haben wir Marmorkuchen gebacken, für meinen Geburtstag morgen und Charlotte hat in mit Sprinkles verziert. Jetzt ist es zwar eher Sprinkles mit Kuchen statt Kuchen mit Sprinkles, aber auch gut.

Delphine ist mir heute zum ersten Mal grinsend entgegen gekommen, als ich sie in der Crèche abgeholt habe, ich war richtig stolz. Die letzten Male hat sie mich zwar auch angeguckt, ist aber nie auf mich zugekommen, so dass ich sie immer holen musste.

Habe heute erfahren, dass Charlotte am Sonntag zu ihren Großeltern fährt und erst Dienstagabend zurückkommt: zwei extra Tage frei für mich, sehr schön. Finde ich sehr angenehm. Dann schaffe ich es ja doch noch, mich politikwissenschaftlich zu betätigen und das Europaparlament zu besichtigen. Die haben nämlich nur unter der Woche auf und da habe ich ja immer Charlotte. Ich hätte sie ja mitgenommen, aber Besucher unter 14 Jahren sind nicht erlaubt.

Morgen werde ich 24, richtig alt. Bah! (Habt ihr den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden? --> Geburtstagsmails bitte!) Aber ist euch aufgefallen, dass ich von meinen letzten 5 Geburtstagen genau einen zu Haus in Deutschland gefeiert habe, und da ward ihr alle in Urlaub? Die anderen habe ich alle auf diversen AuPair Jobs verbracht.

Alles Liebe

Sunday, August 07, 2005

Hatschi

Hmmpf, wie es aussieht, habe ich mir am Meer eine Erkältung eingefangen. Nicht schlimm, aber lästig, vor allem, weil man die jetzt im Sommer so schwer wieder loswird. Aber nichts zu machen, da muss ich jetzt durch.

Ansonsten war heute ein ganz normaler Sonntag mit Mistwetter. Ich habe für meinen Vater einen ewig langen EU Text übersetzt und jetzt weiß ich auch, warum sich in dem Laden nichts bewegt vor lauter Bürokratie: wenn ich in einem Bericht jeden einzelnen Handgriff, den ich jemals getan habe, dokumentieren muss, kann es ja nicht vorwärts gehen. „Ein Bericht wurde geschrieben.“; „Ein Seminar wurde geplant“; "Teilnehmer zu dem Seminar wurden eingeladen“…. Gaaaaah! Und das alles in einem EU- Bürokratenenglisch, dass einem die Haare zu Berge stehen. Wundert mich gar nicht, dass da keiner mehr durchblickt.

Ab morgen müssen Mireille und Jean Pierre wieder arbeiten, ich bin also wieder mit Charlotte alleine und der Alltag kehrt wirklich ein. Drei Wochen lang fünf Tage mit einer 4-jährigen. Ich habs ja nicht anders gewollt, und jetzt, wo ihre Eltern nicht da sind, ist sie auch ganz OK. Außerdem lerne ich ja immer noch Französisch, das ist ja auch nicht zu verachten.

Meldet euch mal wieder

Sarah

Saturday, August 06, 2005

Ferien zu Ende, jetzt endgültig

Jetzt sind wir also wieder in Brüssel und die Ferien sind endgültig zu Ende. Heute war das Wetter noch mal schön, also hat JP noch mal das Barbecue rausgeholt und wir haben ein echtes amerikanisches Barbecue gemacht. Aber ihr wollt ja wissen, wie unsere Ferien am Strand waren. Hier also die Details:

Montag:
Endlich geht es los, und das sogar relativ geordnet. Mireille war wie gesagt morgens ins Büro gefahren, also haben Jean Pierre und ich Kinder und Gepäck ins Auto verfrachtet und sind los. Das ging sogar überraschend schnell, obwohl wir natürlich wieder Gepäck für eine halbe Kompanie dabei hatten. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei Jean Pierres Eltern, um deren Fernseher zu reparieren und die Kinder zu füttern, ging es dann weiter nach Knokke. Knokke wäre gerne das, was Cannes für Frankreich ist, schafft es aber nicht so ganz, da sie eben, tja, nicht am Mittelmeer, sondern nur an der schnöden Nordsee liegt. Das heißt aber nicht, dass es nicht trotzdem eine Luxusstadt ist. Es gibt zwar jede Menge Läden, in die meisten trau ich mich aber gar nicht erst rein, weil mich die Verkäuferinnen schon von weitem böse angucken. Anscheinend sieht man mir schon von weitem an, dass ich mir keine Guccijeans leisten kann. Zu dumm.

In Knokke wohnten wir direkt an der Luxusstraße, der Kuistlaan – oder vornehmer: Avenue de la Litteroral (Knokke liegt zwar im Flämisch sprechenden Teil von Belgien, aber alle Leute da sind so etepetete, dass sie nur Französisch sprechen) und zwar im Appartement von JPs Boss, was hieß: bloß nix kaputtmachen – super, wenn man zwei hyperaktive Kinder dabei hat. Aber im letzten Jahr ist es auch gut gegangen, warum also diesmal nicht.

Nachdem Mireille dann auch eingetroffen war, sind wir erstmal auf dem Deich (der hier natürlich gepflastert und von schnieken Kunstgalerien gesäumt ist) spazieren gegangen, für den Strand war es nämlich leider etwas kühl. Danach sind Mireille und ich noch einkaufen gegangen, in einem ganz normalen Supermarkt und wir haben für die paar Sachen, die wir gekauft haben, ein Heidengeld bezahlt. Gut ist nicht meins, aber trotzdem.

Dienstag
Strandtag, wenigstens kommen wir raus. Es ist zwar zu kalt, um zu baden, aber um am Strand zu liegen, reicht es allemal. Also bauen wir Sandburgen, suchen Muscheln und versuchen Charlotte zu überzeugen, dass das Meer nicht darauf aus ist, sie zu fressen. Delphine dagegen liebt das Meer und ist kaum aufzuhalten.

Mittwoch
Heute kamen uns ein paar Freunde mit ihren Kids besuchen und mir ist mal wieder aufgefallen, wie sehr Charlotte noch ein Baby ist. Ich dachte immer, ich bilde es mir ein, weil ich sie mit meiner Kleinen aus Amiland vergleiche, die sogar noch etwas jünger war, als ich kam, und schon sehr viel reifer, aber die Kids von der Familie waren echt unglaublich. Selbst der Kleine mit seinen 2 Jahren war superselbstständig. Charlotte dagegen heult bei jeder Kleinigkeit, gebraucht Babysprache und benimmt sich auch sonst häufig nicht wie eine 4-Jährige. Ich meine, auf der einen Seite ist es verständlich, sie ist eifersüchtig auf Delphine, die wirklich von ihren Eltern mehr Aufmerksamkeit bekommt. Auf der anderen Seite ist es aber auch sehr nervig. Meiner Meinung nach lassen ihre Eltern ihr aber auch zu viel durchgehen, wenn sie sie daneben benimmt. Gut, es sind Ferien, aber deshalb muss man dem Kind noch lange nicht alles durchgehen lassen. Heute Abend war ich auch zum ersten Mal ein bisschen sauer auf meine Gasteltern, muss ich zugeben: sie sind abends noch mit ihren Freunden essen gegangen, ich bin mit Delphine zu Hause geblieben, eigentlich ja kein Problem. Sie haben Charlotte mitgenommen, weil sie sonst wohl einen mittleren Wutanfall bekommen hätte, eigentlich auch noch nicht so schlimm. Aber sie sind erst um 1 Uhr nachts wiedergekommen, „weil es doch s schön war“ – und das mit einem 4-jährigen Kind. Ich meine gut, sie sehen die Leute nicht oft, aber dann lasse ich die Kinder zu Hause, dass Charlotte den ganzen nächsten Tag mies gelaunt sein würde, war klar. Warum denken diese Leute nie an so was???

Donnerstag
Noch mal ein Strandtag, obwohl es tierisch windig war. Ich habe es jedenfalls nicht gewagt, in meinem Bikini am Strand herumzusitzen, aber die Kids haben da natürlich kein Problem mit. Natürlich war Charlotte vollkommen übermüdet und knatschig, aber wir haben sie zu einem Mittagsschlaf überredet, und dann ging es. Abends sind wir dann alle zusammen essen gegangen, in einer Meerstadt wie Knokke natürlich Fisch – oder für mich, die keinen Fisch mag: Muscheln, die hier mit Fritten serviert werden (wie eigentlich alles immer mit Pommes kombiniert wird) Als Vorspeise hatten meine Gasteltern Austern bestellt, seltsam, aber gar nicht mal so schlecht die Dinger. Belgier wissen wirklich gut, wenn auch nicht wirklich fettarm, zu speisen.

Freitag
Unser letzter Tag, und natürlich regnet es in Strömen. Also sitzen wir mit den Kindern im Appartement fest. Mireille und Jean Pierre fahren mit Charlotte Einrichtung fürs Haus gucken, während ich Delphine entertaine. Als es am Nachmittag etwas aufklart, flüchten wir nach draußen, shoppen auf der noch einigermaßen bezahlbaren Lippeslaan, wirklich angenehm ist es aber immer noch nicht. Meine Gasteltern geben mal wieder ein Vermögen für Kinderkleidung aus, etwas, dass ich nie verstehen werde – wie kann man 120 Euros für einen Rock ausgeben, der dem Kind in einem Monat zu klein sein wird? Ich meine, es ist sicher schön, wenn die Kinder niedlich aussehen, aber der Kleiderschrank platzt schon jetzt aus allen Nähten. Charlotte hat so ca. 30 Hosen, 70 T-Shirts und Pullis und 50 Kleider, für Delphine noch mal das Gleiche. Wie auch immer, wir sind jedenfalls alle froh, als die Kids abends im Bett sind. Nach dem Abendessen (Schnecken – lecker) gehe ich noch ein bisschen Leute gucken: Auf der Avenue de la Littoral ist Mitternachtsshoppen angesagt. Wer jetzt denkt, das ist so wie bei uns, es machen einfach alle Geschäfte auf, der hat sich geirrt. Das hier ist immerhin Knokke. Hier ist Midnightshopping deluxe angesagt. Die Leute sind aufgebrezelt wir für die Oper, vor jedem Laden stehen Cocktailtische in einem abgesperrten Areal (mit Türsteher sehr lustig) an denen es Champagner und kleine Häppchen gibt. Und nebenbei kann man sich noch das neue Hermes-Täschen oder den Pelzmantel von Dior zulegen. Ich glaube, ich kam mir noch nie so out of place vor. War aber sehr lustig.

Samstag
Heute ging es wieder nach Hause. Da es ja Samstag und damit mein freier Tag war, bin ich morgens in den Zug gestiegen und nach Brügge gefahren. War ein Tipp von meinen Gasteltern und ich war ja anfangs nicht so ganz davon überzeugt, aber ich muss sagen: es lohnt sich wirklich. Die Stadt ist wunderschön, so viele alte Gebäude auf einem Haufen habe ich noch nie gesehen, wirklich eine ganz besondere Atmosphäre. Es gibt natürlich ne Menge Geschäfte, aber die fügen sich erstaunlich harmonisch ins Stadtbild ein. Verwinkelte Gassen, leicht schiefe Häuser, Huckelpflaster: Brügge ist auf jeden Fall eine Reise wert. Und ich habe sogar ein paar Schuhe gefunden, wunderschön, Liebe auf den ersten Blick. Danach ging es dann zurück nach Brüssel, wo ich natürlich lange vor meinen Gasteltern ankam, die noch ewig gebraucht haben, um in Knokke loszukommen.

So, das waren jetzt fast 2 Wordseiten Text, ich denke nicht, dass ihr euch über diesen Reisebericht beschweren könnt. Danke an alle, die mir gemailt haben, ich werde euch antworten, sobald ich kann.

Sarah

PS: Berit og Silke: Jeg haper at deres hadde en god reise til Norge og at alt er fantastisk. Har deres allerede nye adresser? Hvis ja, skriver meg de snart, jeg vil gjerne skriver lange brev til Norge.