Sightseeing mit einer 4-jährigen
Das Wetter war heute ausnahmsweise mal gut, laut meinen Gasteltern sollte das diese Woche aber die Ausnahme bleiben, also haben Charlotte und ich den Sommertag genutzt, um in die Stadt zu fahren. Für sie ist ja schon der Trip mit der U-Bahn ein Abenteuer. Am Schlosspark angekommen, haben wir erstmal den Spielplatz unsicher gemacht, und Charlotte hat sich sogar davon überzeugen lassen, dass die Schaukel kein Mordinstrument ist und es sogar Spaß macht, hoch zu schaukeln (auch wenn es nur die Babyschaukel war)
Danach ging es dann zum Höhepunkt des Tages: ins Schloss der Prinzessin. Eigentlich ist es das Repräsentationsschloss des belgischen Königs, aber das muss man einem Mädel, das mit Disneyprinzessinnen groß geworden ist, ja nicht auf die Nase binden, Schloss ist Schloss. Sie lief dann auch mit Augen wie Suppenteller durch die kitschigen Räume.
Nächster Stopp: das Museum der schönen Künste. Ich war zwar nicht überzeugt, dass das was für ne 4-jährige ist, aber meine Gasteltern meinten, ich solle es versuchen. Da sie die Zeche zahlten, war es mir wurscht. Also rein. Und siehe da: Charlotte findet die Bilder gut, nur mit moderner Kunst kann sie nix anfangen (ich allerdings auch nicht), sie sagt, Delphine könne das besser malen. Magritte findet sie allerdings gut, wenn auch "etwas komisch".
Inzwischen war Mittag und Charlotte knurrte den Magen. Also zu Pizza Hut, das geht schnell, sie mag es und für die Wartezeit gibt es Spongebob Bilder zum Ausmalen. Sie hat dann wirklich eine halbe Pizza verputzt, danach gab es noch ein Eis. Der nette Verkäufer hat mir dann noch zu meiner süßen Tochter gratuliert und war ganz erstaunt, als ich ihn aufklärte, dass ich hier nur die Nanny bin.
Weiter gings: die Kathedrale von Brüssel (nach Charlotte: das Haus von Jesus). Erstmal mussten wir uns durch eine wohl etwas verirrte Gruppe von Katholiken vom Weltjugendtag kämpfen, aber dann war Charlotte beeindruckt: groß, bunte Fenster, Kerzen und es gab Fotos von der Hochzeit der Prinzessin – was will man mehr. Danach ein letzter Trip zum Spielplatz und dann nach Hause, Delphine von der Crèche holen.
Ich bin jetzt todmüde, ein toller Tag war es trotzdem, Charlottes leuchtende Augen zu sehen war es allemal wert. Jetzt muss ich mir nur für morgen was einfallen lassen, damit sie nicht den völligen Crash erlebt.
Sarah
PS: Jessica: CONGRATULATIONS! Ich wusste, dass du das rocken wirst. Auf nach Dresden, da wollte ich immer schon mal hin. Und für deine BA Arbeit gilt nach Erich Kästner (immerhin ziehst du in seine Geburtsstadt): „Es gibt nicht Gutes, außer man tut es.“


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