Mein letztes Wintersemester als Bachelor
Jetzt hatte es also angefangen, mein letztes Uni Jahr (die amerikanische Bezeichnung Senior-Year klingt aber doch viel besser, oder?) und es versprach, Stress zu werden. Zusätzlich zu den ganzen normalen Stunden in der Skandinavistik muss ich jetzt noch ein Studium Generale betreiben (zu neudeutsch: General Studies II). Da das Prüfungsamt nicht in die Hufe kam, mir Englischkurse (ich weiß, sehr sinnvoll, aber wenigstens wäre das eine einfache 1 gewesen) und Hebräisch (verrückt, ich weiß) zu genehmigen, beschloss ich, mich doch mal wieder an Französisch ranzuwagen. Macht Spaß, aber man merkt doch was man alles vergessen hat, vor allem, was Grammatik angeht. Und ansonsten schienen alle Dozenten auf einmal der Meinung zu sein, man müsse zu Schulzeiten zurückkehren und massig Hausaufgaben aufgeben. Daneben musste ich natürlich auch immer noch für die beiden Klausuren lernen, die im November anstanden, also lebte ich praktisch in den diversen Bibliotheken.
Dann stritt ich mich mal wieder mit dem Bafög Amt herum, das meinte, mir mein Geld streichen zu müssen, zunächst weil ich die Altisländisch Prüfung nicht im Juli gemacht hatte, weil ich in Belgien war, dann weil es doch meine Schuld sei, dass mein Lyrikprof nicht da gewesen sei und ich deshalb die Klausur nicht pünktlich schreiben konnte (was hätte ich machen sollen – ihm in den Urlaub nachfahren und die Klausur am Strand schreiben?), dann weil ich angeblich meine Powi Abschlussprüfung nicht bestanden hätte (habe ich, mit 1,7, vielleicht ist das ja nicht gut genug), dann weil ich keine Zwischenprüfung gemacht hätte (BAs haben keine Zwischenprüfung) Gaaaah! Diese deutsche Bürokratie macht mich fertig. In Amiland habe ich an einem!! Tag alle Formalitäten abgeschlossen, die ich brauchte um dort leben und als AuPair arbeiten zu dürfen – und das als Ausländerin. Naja, geregelt ist die Sache immer noch nicht, aber jetzt kümmert sich zum Glück ein Anwalt drum, ich krieg nämlich mittlerweile Schreikrämpfe, wenn ich diese inkompetenten Sachbearbeiterinnen auch nur sehe. Wenn ich auch noch bedenke, was das für eine Zeitverschwendung ist, da dauernd herumzusitzen und darauf zu warten, diesen Leuten wieder irgendwas zu erklären, was sie gar nicht verstehen wollen.


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