Abschlussprüfungen
Ja, die stehen auch noch an, als wäre eine BA Arbeit noch nicht genug Arbeit, diesmal in Skandinavistik und Französisch.
Welcher Teufel mich geritten hat, Französisch zu wählen, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Sprechen ist ja kein Problem, auch wenn ich laut unserer Lehrerin (Französin aus Paris, als ob die nicht komisch sprechen würden) immer gesagt bekomme, dass ich einen belgischen Akzent hätte, aber da kann ich ja nun wirklich nichts für. Und ich finde es nun wirklich sinnvoller, statt bei den Zahlen ab Siebzig anzufangen zu rechnen (die Franzosen sagen für 90 zum Beispiel quatre-vingt-dix, was übersetzt so viel heißt wie 4 mal 20 plus 10) sage ich doch lieber das belgische neinante (keine Ahnung, ob das jetzt richtig geschrieben ist, heißt aber auch 90 und ist soviel einfacher. Was aber mein Problem sein dürfte, ist der blöde Aufsatz, wo Akzente zusätzliche s und e und sonstiger Mist hinkommt, kann ich mir einfach nicht merken.
Ansonsten muss ich Norwegisch schreiben (kein Problem, wären da nicht die Präpositionen, die mir immer noch vollkommen willkürlich erscheinen, auch wenn Laila steif und fest behauptet, es gäbe da ein System, ich durchschau es nicht), und da auch eine mündliche Prüfung machen.
Spaßig wird auch noch Isländisch werden. Keine Ahnung warum wir eine Sprache lernen müssen, die außer uns 250.000 Menschen am anderen Ende der Welt sprechen, aber nun gut, man lernt ja gerne dazu. Wie man aber jemals eine Sprache lernen soll, in der es nach letztem Stand mindestens 12 Deklinationen und 11 Konjugationen (jetzt jeweils die Ausnahmen nicht mitgerechnet) gibt und in der jedes klitzekleinste Wort veränderbar ist, ist mir ein Rätsel. Ich muss ja schon beim Schreiben stundenlang überlegen, welche Endungen ich jetzt an das Wort ankleben muss und wie sich dadurch sämtliche anderen Buchstaben des Wortes verändern. Ein Beispiel: wer hätte gedacht, dass „vinna“ und „unnum“ ein und dasselbe Wort darstellen, nur einmal im Infinitiv und einmal im Präteritum – aber angeblich ist das noch immer eine vollkommen regelmäßige Deklination. Regelmäßig sieht bei mir anders aus. Meiner Meinung nach ist es aber kein Wunder, dass man den Skandinaviern nachsagt, sie seien so schweigsam: muss von den Isländern kommen. Bis die einen Satz gebaut haben, vergeht dann wohl doch ein bisschen mehr Zeit.
Ansonsten steht noch Phonetik an, das wird auch lustig, vor allem, weil ich Lautschrift ja so gut kann.
Die große Prüfung ist die Fachmodulprüfung, ich darf mich eine halbe Stunde von meinen Profs grillen lassen. Themen? Knut Hamsuns frühe Romane für Literaturwissenschaft und Spracherwerb und bilingualismus für Linguistik. kennst sich jemand in den Themen aus und will mir einen Crashkurs geben? Zu Knut Hamsun hab ich schon ne Menge gelesen, aber in Linguistik muss ich mich echt noch rein lesen.
Dumm ist auch, dass ich alle Prüfungen im Juli machen muss, damit ich, falls ich die Uni wechsle, alle Prüfungen beisammen habe, wenn ich hier weg gehe. Also gar kein Stress.


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