Groetjes!
(das war holländisch und heißt Hallo)
So, ihr habt es wahrscheinlich erkannt, ich habe endlich Bescheid aus Maastricht: ab September werde ich im schönen Holland studieren und hoffentlich in einem Jahr meinen Master in European Studies haben. Die Sache hat einen Haken: trotz bilingualem Abitur, einem amerikanischen Sprachtest, einem Jahr USA Aufenthalt und der Tatsache, dass ich als Nebenjob wiss. Texte für meinen Prof ins Englische übersetzen, glauben die netten Bürokraten anscheinend nicht, dass ich genug Englisch kann, um zu studieren, also muss ich noch den IELTS Test (einen Englisch Test) machen. Dafür muss ich extra nach Berlin fahren und auch noch 170 Euro rüber schieben. So ein Schwachsinn, aber gut, es scheint, niederländische Bürokratie funktioniert genauso wie deutsche. Vor allem scheint dieser Test ungefähr das Niveau einer 10. Klasse zu haben, ich muss nach 2 Jahren Norwegischunterricht einen längeren Aufsatz schreiben als nach einem Leben lang Englisch. Lächerlich.
Jetzt steht also fest, dass ich in 5 Wochen meine Heimat der letzten drei Jahre für erstmal immer verlassen muss. Komisches Gefühl. Im Moment kann ich mir noch gar nicht vorstellen, nicht mehr in meiner Wohnung aufzuwachen, zur Uni zu fahren und all die Leute zu treffen, die mir so wichtig geworden sind: zuallererst Katja, mit der sich alle Freuden und Probleme des Politikstudiums geteilt habe, Silke und Yvonne, mit denen ich Norwegisch gelernt habe und die wir alle drei die norwegischen Präpositionen nie lernen werden, meine gesamten Norwegisch Kurs, unser Colloquium, und und und… Keine Abende mehr im Mittendrin mit anschließender Party im Mensaclub, keine Weiberabende mit Pizza und Schokolade… Gott, man könnte richtig sentimental werden. Ich bin zwar sicher, dass ich in Maastricht auch nette Menschen kennen lernen werde, aber hier war ich nun mal drei Jahre und mir sind so viele Menschen wichtig geworden.
Jetzt muss ich also sehen, dass ich einen Großteil meiner Möbel loswerde, weil ich in Maastricht leider nicht so viel Platz haben werde, sondern nur ein einziges Zimmer. Zimmersuche in Maastricht ist ungefähr wie in München, ich bin eine Woche lang fast wahnsinnig geworden, aber jetzt habe ich zum Glück was gefunden (dank meiner lieben Eltern, die heute nach Maastricht gefahren sind und sich alles angeguckt haben. Ihr seid die Besten!!! An dieser Stelle noch einmal an dickes Dankeschön an euch!) Ist zwar nicht direkt in Maastricht, aber ne Viertelstunde fahr ich jetzt auch zur Uni und das hält ja fit. Ich wohne direkt hinter der Grenze in Belgien (im gleichen Land wie meine Lieblingskids, yeah!), in einem typischen Studentenhaus mit anderen deutschen und holländischen Studenten. genaue Adresse liefere ich natürlich dann auf Anfrage.
Meine BA Arbeit habe ich übrigens auch abgegeben, jetzt beginnt das zittern und warten auf das Ergebnis, mein Prof will sie bis Ende Juli durchhaben, damit ich wenigstens noch ne persönliche Besprechung und nicht irgendwann ein Gutachten per Post bekomme.
So, das wars dann erstmal wieder von mir.


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